23. February 2012

Kommunikationsmodell von Schulz von Thun

Kommunikationsmodell von Schulz von Thun

Kommunikationsmodell von Schulz von Thun

Prof. Dr. Friedemann Schulz von Thun ist Psychologe und beschäftigt sich hauptsächlich mit Kommunikation sowie den damit verbundenen Abläufen. Das nach ihm benannte Kommunikationsmodell, auch bekannt unter dem Namen Kommunikationsquadrat, verdeutlicht die verschiedenen Ebenen der Kommunikation.

Nach diesem Modell hat jede Äußerung, Nachricht oder Mitteilung vier Ebenen. Die Ebenen beziehungsweise Seiten finden sich beim Sender ebenso wie beim Empfänger. Betrachtet man diese vier Ebenen näher, dann ergeben sich folgende Aspekte: Auf der Sachebene wird sachlich informiert. Hier kommen Fakten zum Ausdruck. In der Selbstkundgabe gibt der Sender etwas über sich zu erkennen. Die Beziehungsebene verdeutlicht das Verhältnis, das Sender und Empfänger zueinander haben. Und schließlich enthält jede Botschaft einen Appell, also eine Erwartungshaltung oder eine Aufforderung.
Zu Missverständnissen und Schwierigkeiten in der Kommunikation kommt es immer dann, wenn sich Sender und Empfänger auf unterschiedlichen Ebenen befinden. Man kennt das: Sätze wie “Das habe ich ganz anders gemeint” oder “Ich habe es so verstanden” zeigen, dass nicht immer genau der gleiche Inhalt beim Empfänger ankommt, den der Sender vermeintlich und nach bestem Wissen ausgesprochen hat.

Die vier Seiten einer Äußerung hat Schulz von Thun als Quadrat dargestellt. Dabei bezeichnet er die Seiten beim Sender als “vier Schnäbel” und beim Empfänger als “vier Ohren”. Sein Kommunikationsmodell erweist sich als überaus hilfreich, um ein besseres Verständnis untereinander zu erreichen. Die Bewusstmachung der unterschiedlichen Ebenen ist eine wesentliche Voraussetzung dazu, dass exakte Unterscheidungen getroffen werden können. Wie schnell Missverständnisse in der Kommunikation entstehen können, zeigt ein einfaches Beispiel. Der Satz “Die Ampel ist grün” eines Beifahrers transportiert auf der Sachebene eine simple Information über die Ampelanzeige. In der Selbstkundgabe kann der Satz ausdrücken, man sei ein aufmerksamer Beifahrer, bis hin zu der versteckten Botschaft, man wüsste und könnte es besser. In der Beziehungsebene setzt sich diese Haltung fort. Der Appell schließlich kann eine Aufforderung sein, jetzt doch zu fahren, nachdem die Ampel schon grün ist. die Reaktionen des Fahrers auf den ausgesprochenen Satz sind davon abhängig, auf welcher Ebene er zuhört. Dementsprechend sind verschiedene Antworten möglich, vom einfachen Dankeschön, weil er vielleicht selbst die Ampelanzeige nicht wahrgenommen hat, bis zum ausgeprägten Streitgespräch, wer denn nun der bessere Autofahrer ist. Je mehr man sich der unterschiedlichen Ebenen im Kommunikationsmodell bewusst ist, umso besser gelingt ein reibungsloser Austausch ohne Missverständnisse.