Der Wiener Neurologe und Psychotherapeut Viktor E. Frankl steht in der Tradition der Psychoanalyse von Sigmund Freud. Er begründete die Dritte Wiener Schule der Psychotherapie und definierte seinen wissenschaftlichen Ansatz als “Logotherapie und Existenzanalyse”. Dieses international anerkannte Konzept leitet sich aus den Grundgedanken von der Freiheit des Willens, dem Sinn des Lebens und dem Willen zum Sein ab. Die Philosophie von Frankl findet seine Anwendung nicht nur im psychotherapeutischen Sprechzimmer, die Frage nach dem Sinn wird heute mit den Ansätzen für die berufliche Motivation kombiniert.
Die sinnzentrierte Motivation nach Frankl eröffnet ganz neue Perspektiven für die persönliche Leistungssteigerung
Nach Frankl liegt die Motivation für Leistung nicht im Erreichen einer gehobenen Position oder im Erwerb von materiellen Gütern. Der Mensch kann seine individuelle und nachhaltige Motivation einzig in sich selbst finden. Erst wenn man den Sinn für die jeweilige Tätigkeit gefunden hat, dann entsteht die Leistung quasi wie von selbst. Die richtige Motivation geht nach dieser Theorie Hand in Hand mit dem Bewusstsein über den Sinn.
Sinn trifft Management
Für die Motivation der Mitarbeiter muss der Vorgesetze im Rahmen dieser Philosophie zunächst von übertrieben Führungsansprüchen und Geltungsdrang Abstand nehmen. Das Vertrauen in den Mitarbeiter ist die wichtigste Basis für ein Führungsverhalten, welches am Sinn orientiert ist. Die beste Motivation für die Belegschaft ist die richtige Stellenbesetzung. Wer seine Mitarbeiter ihren Möglichkeiten und Idealen gemäß an den richtigen Platz stellt, der kann eine optimale Erfüllung der Aufgaben erwarten. Denn Menschen erleben ihre Tätigkeit als sinnvoll, wenn sie ihr Fachwissen anwenden und ihre Fähigkeiten entfalten können.
Der Sinn selbst ist die Motivation
Wer sich nach dem Vorbild von Frankl motivieren möchte, der muss im ersten Schritt seine Werte, Ideale und Ziele erkennen. Auf der Basis dieser drei Voraussetzungen lässt sich die Motivation im beruflichen Leben ableiten. Nur wenn die eigene Tätigkeit mit den persönlichen Einstellungen in Harmonie ist, kann mit voller Motivation und Hingabe gearbeitet werden. Alles, was der Persönlichkeit nicht entspricht, stellt eine Bremse für das berufliche Fortkommen dar. Denn dann spielt das Unbewusste den kleinen Saboteur für die Erfüllung der täglichen Pflichten dar. Nur wer mit den Zielen und Inhalten des Unternehmens in sich selbst einig ist, kann die volle Leistung erbringen. Die Tür zum tieferen Sinn und der Motivation kann und muss jeden Berufstätigen dazu bringen, über die eigenen Widerstände oder auch eingefahrene Verhaltensmuster nachzudenken.
