23. February 2012

Zwei-Faktoren-Theorie (Herzberg)

Frederick Herzberg, ein amerikanischer Psychologe, forschte überwiegend auf dem Gebiet der Arbeitspsychologie. Er entwickelte die Zwei-Faktoren-Theorie, die sich damit beschäftigt, wie zufrieden und motiviert Menschen in ihrem Arbeitsumfeld sind. Dabei untersuchte Herzberg die Wechselwirkung zwischen den sogenannten Hygienefaktoren und den Motivationsfaktoren.

Zwei-Faktoren-Theorie (Herzberg)

Zwei-Faktoren-Theorie (Herzberg)

Die Hygienefaktoren am Arbeitsplatz haben nichts mit Sauberkeit im herkömmlichen Sinne zu tun, sondern bezeichnen unter dem Oberbegriff Arbeitshygiene die Faktoren Gehalt, Arbeitsplatzsicherheit, Arbeitsplatzgestaltung und Arbeitsbedingungen. Die Motivationsfaktoren sind ein als angemessen empfundenes Gehalt, ein gutes Arbeitsklima, die Möglichkeit zur beruflichen Weiterbildung und Aufstiegschancen. Eine besondere Rolle spielen die Verantwortung, die dem Arbeitnehmer übertragen wird, und die Anerkennung, die er für seine Leistung erhält. Zu Herzbergs Forschungsergebnissen führte die Pittsburg-Studie, in der er zahlreiche Führungskräfte zu ihren Erfahrungen befragt hat.

In der Studie stellte sich heraus, dass sowohl Hygiene- als auch Motivationsfaktoren miteinander in einer Wechselbeziehung stehen. Arbeitnehmer betrachten das Vorhandensein der Hygienefaktoren als notwendige und wichtige Voraussetzung für ihre Arbeit. Diese allein genügen aber noch nicht, um den Job auch motiviert auszuführen. Erst wenn Motivationsfaktoren dazu kommen, ist mit einem guten Arbeitsergebnis und zufriedenen Mitarbeitern zu rechnen. Selbst wenn alle Voraussetzungen am Arbeitsplatz stimmen und das Gehalt passt, muss ein Mitarbeiter deshalb noch lange nicht motiviert sein. Die Abwesenheit von Unzufriedenheit garantiert noch lange keine Zufriedenheit, das ist eine der wichtigsten Aussagen in der Zwei-Faktoren-Theorie. Umgekehrt können bei mangelnden Hygienefaktoren, aber hohen Motivationsfaktoren, sehr gute Ergebnisse erzielt werden. Das bedeutet, Anerkennung der eigenen Leistung und sonstige motivierende Ereignisse wirken sich positiv auf die Motivation und die Arbeitsleistung aus.

Die Zwei-Faktoren-Theorie hat als Grundlage in der Erforschung der Arbeitszufriedenheit durchaus ihre Berechtigung. Im Idealfall liegen beide Faktoren hoch, das führt auch zu einer hohen Zufriedenheit am Arbeitsplatz. Fehlt die Motivation und stimmt die Hygiene, dann kommt es zwar kaum zu Beschwerden der Mitarbeiter, häufig jedoch wird nur Dienst nach Vorschrift geleistet. Im umgekehrten Fall arbeiten die Mitarbeiter gerne und mit vollem Einsatz, beschweren sich jedoch häufig über die Hygiene am Arbeitsplatz. Ein ausgewogenes Verhältnis zu schaffen, sollte deshalb im Sinne aller Beteiligten liegen.